Im Koffer zu Hause – die Weltenbummlerin

Leona war schon immer ein aufgewecktes Kind, das stets mit neugierigen Augen durch die Gegend schritt. So war es auch kein Wunder, dass sie, die aus dem kleinen Örtchen Dorfmark stammte, schon während des Studiums die große weite Welt für sich entdeckte. [mehr...]

Die langen Semesterferien und die finanzielle Unterstützung der Eltern erlaubten es ihr, den heimischen Schreibtisch oft auch für mehrere Wochen am Stück zu verlassen – und was gab es auch Besseres für ihren Studiengang „Internationale Beziehungen“?

Von jeder ihrer Reisen brachte Leona einen besonderen Gegenstand mit. Er stand stellvertretend für das, was ihr die Tage in der Fremde mitgegeben hatten: Einblicke in eine andere Kultur, Verständnis, neue Freundschaften, Liebschaften und oft auch das Gefühl schier unendlicher Freiheit. Sie fühlte sich wohl, wenn sie auf Reisen war. Und alle waren sich einig: Wo auch immer sie später landete, sie würde ihren Job gut machen.

Leider kam es nie dazu. Eines Tages stellten die Ärzte Bauchspeicheldrüsenkrebs fest und für die Familie begann ein harter Kampf. Leona gab niemals auf und wusste ihre Eltern und Geschwister trotz der Schmerzen immer wieder aufzumuntern. Doch schließlich unterlag sie der Krankheit. Im Alter von 25 Jahren trat Leona ihre letzte Reise an. Und sie tat es auf die gleiche Weise wie bei all den anderen Reisen zuvor: mit der Sonne im Herzen und einem Lächeln im Gesicht.


Die Trauerfeier fand im engen Kreis der Familie statt. Als besondere Erinnerung hatten die Geschwister all die mitgebrachten Gegenstände von Leonas Reisen in einem alten Koffer versammelt. Zum Abschied wurden einige ihrer Lieblingslieder gespielt: Imagine Dragons ‒ On Top Of The World; Kings of Leon ‒ Sex on Fire; Mumford and Sons ‒ Little Lion Man.

(Unsere „Lebensgeschichten“ sind selbstverständlich alle fiktiv und sollen Ihnen einen Eindruck von der Besonderheit eines jeden einzelnen Menschen vermitteln.)